Haltlose Zeiten

Kriege, Klimakrise, schwindendes Vertrauen in internationale Institutionen: Die gewohnte Weltordnung wird zunehmend instabil. 2025 wurden 65 bewaffnete Konflikte mit staatlicher Beteiligung ausgetragen – der höchste Stand seit 1946.1 Fast 118 Millionen Menschen waren Ende letztes Jahr gewaltsam vertrieben. Gleichzeitig erreichten fossile CO2-Emissionen mit gut 38 Milliarden Tonnen einen neuen Rekord.2 Wenn wir so weitermachen, könnten bis Ende des Jahrhunderts über 20 Prozent der Menschheit in Regionen mit extremer Hitzebelastung leben.3

Kein Wunder, fühlt sich die Welt für viele Menschen gerade haltlos an. Globale Krisen und wachsende geopolitische Spannungen erschüttern das Vertrauen in eine sichere Zukunft und in eine gerechte, stabile globale Ordnung. Gemeinsame Lösungen scheinen in weite Ferne zu rücken, immer häufiger setzt sich das Recht des Stärkeren durch.

Diese Entwicklungen spüren auch wir in der Schweiz – politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Denn als kleines, offenes und international vernetztes Land ist die Schweiz auf stabile globale Verhältnisse angewiesen. Die Auswirkungen von Kriegen, Klimakatastrophen und wachsender Not bleiben nicht lokal begrenzt. Sie zerstören Lebensgrundlagen, verschärfen wirtschaftliche Unsicherheit und erhöhen soziale Spannungen – weit über die unmittelbar betroffenen Regionen hinaus. Sie schaffen eine neue globale Realität, der sich auch die Schweiz nicht entziehen kann. Wenn die internationale Ordnung zerfällt und die Klimakrise die Lebensgrundlage von Millionen Menschen bedroht, gefährdet das auch unsere wirtschaftliche Stabilität, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unser Leben in Frieden.

Wo Perspektiven fehlen, entstehen Flucht, Radikalisierung und Instabilität. Genau hier setzt die Arbeit von Unité und seinen Mitgliedorganisationen an. Wir unterstützen lokale Organisationen und Institutionen, damit diese ihre Bevölkerung mit kontextgerechten und inklusiven Dienstleistungen versorgen können. Funktionierende und zugängliche Gesundheitssysteme, Bildungsinstitutionen, Verwaltungen sowie starke Zivilgesellschaften sind das Fundament für Frieden, Stabilität und nachhaltige Entwicklung. Wo Staaten zum Wohle der Gemeinschaft funktionieren, haben Extremismus und Gewalt weniger Nährboden. Wo wirtschaftliche Perspektiven bestehen und Gemeinschaften sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können, wollen Menschen nicht wegziehen.

Wie Halt entsteht

Gesundheitsversorgung, Bildung, Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftliche Perspektiven sind die Grundlagen, damit Menschen sich sicher fühlen können. Doch Halt entsteht nicht von selbst. Er wächst dort, wo Menschen füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Perspektiven schaffen. Genau das tun Entwicklungsorganisationen weltweit – gemeinsam mit ihren Partner:innen und Millionen engagierter Menschen. Davon profitieren auch wir in der Schweiz. Denn unser Wohlstand und unsere Sicherheit hängen von einer stabilen, friedlichen und solidarischen Welt ab.

Unter dem Motto «Halt in haltlosen Zeiten» stehen über 40 Schweizer Hilfswerke zusammen und zeigen auf, dass unsere Arbeit jetzt wichtiger ist denn je. Gemeinsam stärken wir Gemeinschaften, schaffen konkrete Lösungen und zeigen: Viele kleine Beiträge können Grosses bewegen. Denn eine gerechte und lebenswerte Welt entsteht nicht von oben – sie wird von vielen Menschen gemeinsam von unten aufgebaut. So entsteht Halt und damit die Grundlage für eine friedliche und sichere Zukunft für uns alle.


Auf der Kampagnenwebseite erfahren Sie mehr darüber, wie die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit Halt, Mut und Hoffnung schafft.

swiss-ngo.ch
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Datenschutzerklärung

1] Conflict trends: A global overview, 1946–2025. >> Prio Paper 2026.

2] Fossil fuel CO2 emissions hit record high in 2025. >> Global Carbon Budget 2025.

3] Quantifying the human cost of global warming. >> Nature 2023.